LokalesWohnen ohne Bewohner
Leeres Hundebett als Musterwohnung eröffnet
Ein teures Hundebett bleibt leer, der Hund schläft daneben auf dem Boden. Seine Menschen eröffnen das unbenutzte Polster als makellose Musterwohnung.

POLSTERWIEK. Ein bislang unbenutztes Hundebett ist am Dienstag in einer Wohnung in Polsterwiek als Musterwohnung eröffnet worden, während der vorgesehene Bewohner daneben auf dem Boden schlief. Die Eigentümer führten ihre Gäste um das leere Polster und hoben dessen vollständig erhaltenen Auslieferungszustand hervor. Der Hund wurde als Nachbar aus dem angrenzenden Wohnbereich vorgestellt.
Das Bett war eigens für ihn angeschafft worden und hatte nach Angaben der Gastgeber einen erheblichen Teil ihres Einrichtungsbudgets gebunden. Seitdem lag der Hund weiterhin auf dem Boden. Zur Eröffnung stand nun eine kleine Vase neben dem erhöhten Rand. Die Rechnung befand sich unter einem Glas auf dem Couchtisch und konnte dort eingesehen werden.
„Wir können hier eine Wohnsituation zeigen, in die noch keinerlei Alltag eingedrungen ist“, sagte die Gastgeberin zu Beginn der Besichtigung. Sie strich mit der flachen Hand über den Bezug und bat anschließend um einen Moment freie Sicht auf die soeben wiederhergestellte Fläche. Die Gäste traten zurück. Mehrere nickten angesichts der ununterbrochenen Stofffarbe.
Im Mittelpunkt der Führung stand die Liegefläche. Sie wurde zunächst vom Sofa aus, danach aus Richtung der Balkontür betrachtet. Von beiden Seiten war das gesamte Innenpolster sichtbar. Persönliche Gegenstände eines Bewohners fehlten. Auch eine durch längeres Liegen entstandene Mulde konnte nicht festgestellt werden. Die Gastgeber werteten dies als Beleg dafür, dass das Raumkonzept noch in seiner ursprünglichen Klarheit vorlag.
Musterwohnungen dienen üblicherweise dazu, eine mögliche Nutzung räumlich vorzuführen. Bei dem vorgestellten Objekt gilt dagegen bereits die Abwesenheit jeder Nutzung als wesentlicher Teil der Ausstattung. Das Bett bleibt dadurch dauerhaft im Zustand vor dem Einzug. Die Eigentümer haben den zunächst erwarteten Bewohner entsprechend aus der Präsentation herausgenommen und dem Umfeld der Immobilie zugerechnet.
„Der Herr nebenan verfolgt die Entwicklung hier mit großem Interesse“, erklärte der Gastgeber, als der Hund den Kopf hob. Die Gruppe wandte sich ihm kurz zu. Ein Gast lobte die ruhige Nachbarschaft. Der Hund legte den Kopf wieder ab; die Führung wurde entlang der rückwärtigen Polsterkante fortgesetzt.
Zum Abschluss versammelten sich die Gäste für eine Aufnahme hinter dem Bett. Der Gastgeber ging in die Hocke, um den unverstellten Eindruck der Innenfläche zu erhalten. Seine Partnerin rückte die Vase aus dem Bild. Der Hund war am unteren Bildrand zu sehen und wurde in der Bildunterschrift als Anwohner bezeichnet.
Das Objekt bleibt nach Angaben der Eigentümer auch nach dem Ende der Besichtigung möbliert. Ein Einzugstermin wurde nicht genannt.